Wer sagt was über das Pellwormer Energiekonzept? Einige Meinungen.




 

STANDPUNKTE

An erster Stelle auf dem Weg zur autarken Energieversorgung der Insel steht: Energiesparen in jedem Haushalt. Der Verein Ökologisch Wirtschaften sieht eine seiner Hauptaufgaben in unermüdlicher Überzeugungsarbeit. Gute Erfolge haben wir bei der Beratung, wie sich der Einsatz von Wärmepumpen und Solarzellen zur Warmwasserbereitung lohnt. Schwieriger wird es, die Leute zum Kauf von zunächst teureren Energiespargeräten für den Haushalt zu überzeugen. Denn dass man trotzdem mit den Geräten Geld sparen kann, wird ja erst nach einiger Zeit sichtbar.

Mathias Schikotanz, Verein Ökologisch Wirtschaften! e.V.

 

Dieses Gebiet hier, die Insel- und Halligwelt, ist ja ein besonders sensibles, etwas Einmaliges, und wir befürchten eine Verschandelung der Landschaft durch die hohen Windräder. Man hat eigentlich nichts gegen alternative Energie und auch nicht gegen Windkraftanlagen, nur sollten sie dort hingestellt werden, wo sie die Menschen nicht stören.

Elfriede Palmhoff, Gemeinderatsmitglied Pellworm

 

Es gibt unterschiedliche Meinungen, aber wir haben mehrheitliche Beschlüsse gefasst, und auch unter der Bevölkerung gibt es eine Mehrheit. Pellworm ist schon jetzt eine energie- und umweltfreundliche Insel. Sicherlich ist noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, aber die Gemeindevertretung steht dem Gesamtkonzept sehr positiv gegenüber.

Bürgermeister Jürgen Feddersen

 

Das Energiekonzept ist für uns natürlich nur ein Teil der Gesamtsicht, und die Vision, die wir für Pellworm haben, ist ökologisches Wirtschaften. Dies ist ein Mix aus Windkraft, Biomasse, ökologischem Landbau und sanftem Tourismus. Und für uns muss das zusammenpassen.

Hannes Lorenzen, Referent Europäisches Parlament

 

Ich bin vor acht Jahren auf ökologischen Landbau umgestiegen, und das läuft jetzt relativ gut. Wir beliefern nicht nur die Insel, sondern vermarkten unsere Waren auch direkt und natürlich auch auf dem Festland. Das Energiekonzept ist eigentlich nur die logische Weiterentwicklung ökologischer Wirtschaftsweise, und da muß nun jeder mit ran und seinen Teil dazu beitragen, daß Pellworm wirtschaftlich auf die Füsse kommt.

Claus Zetl, Biobauer

 
 

Als ich mit meinen Kindern die Photovoltaik-Anlage besichtigt habe, kamen viele Fragen zum Thema "Wie kommt der Strom in die Steckdose". Und die großen Windräder fanden die beiden natürlich auch ganz toll. Von unseren Vermietern auf dem Bauernhof haben wir dann das erste Mal von dem Energiekonzept gehört. Wir kommen selber vom Lande, dort gibt es vereinzelt, auf privater Basis, auch Windräder. Wäre aber mal spannend zu wissen, ob solche Ansätze bei uns zu Hause so umfassend auch funktionieren würden und nicht nur auf so einer überschaubaren Insel.

Trixie Akkerman, Touristin

 

Mein Vater und ich haben uns schon vor vier Jahren zwei Windkraftanlagen neben unsere Höfe gesetzt, und die sind mittlerweile auch wirtschaftlich. Ich betreibe klassische Landwirtschaft und finde das Energiekonzept in Ordnung. Eine gesunde Mischung von klassischer und ökologischer Landwirtschaft sollte aber meines Erachtens bleiben, das hat ja auch nicht unmittelbar mit dem Energiekonzept zu tun. Für mich ist wichtig, dass sich das alles irgendwie rechnet, und sei es mit Fördergeldern, die haben wir bei unseren Windrädern ja auch bekommen.

Sven Frener, Landwirt

 
 

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