Trotz der schon erzielten Erfolge hin zu einer CO2-neutralen Energieversorgung auf Pellworm ist deutlich, dass der Weg zum Ziel ein langer und schwieriger sein wird. Es geht eben nicht nur um technische Lösungen, sondern vor allem um die Menschen, die diese Visionen für Pellworm in die Tat umsetzen müssen

 

Diese Webseite stellt den Stand des Energiekonzepts im Jahr 2000 dar Inzwischen sind wir deutlich weiter. Pellworm ist heute eine CO2 - Senke.

Eine aktualisierte Darstellung folgt in Kürze.

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ALLE SIND GEFRAGT

Ganz wichtig: Energiesparen

Ein Kernpunkt des Energiekonzeptes liegt in den Energie-Einsparmöglichkeiten. Alle Pellwormer sind gefordert, durch moderne Haushaltsgeräte, hochwertige Isolierungen der Gebäude – auch über die vorgeschriebenen Normen hinaus – und sparsames Wirtschaften Strom und Wärme einzusparen. Dazu bedarf es eines hohen Masses an Informationen. Denn nur finanzielle Argumente, langfristige Wirtschaftlichkeitsrechnungen, können Besitzer funktionstüchtiger, aber energieverschwendender Gefriertruhen oder Waschmaschinen dazu bewegen, sich von dem "guten Stück" zu trennen und auf ökologische und energiesparende Geräte umzusteigen.



Thema Biomasse

Grosse Hoffnungen für die zukünftige Energieversorgung auf Pellworm wird in die energetische Nutzung von Biomasse gesetzt. Als problematisch für eine relativ schnelle Umsetzung dieses wichtigen Projektteils des "lokalen Entwicklungsplans" erweisen sich jedoch die hohen Kosten und der notwendige Zuschussbedarf des Systems. Viel Geld verschlingt vor allem der Anbau von Biomasse, da nicht ausreichend Reststoffe wie Strassenbegleitgrün, Knickholz, Stroh oder ähnliches zur Verfügung stehen. Zudem fallen die Stillegungsprämien in der Landwirtschaft bei einem Anbau von Energiepflanzen weg. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Mehrheit der Landwirte auf Pellworm dem Thema Biomasse zunächst skeptisch begegnet.

Pappeln statt Raps?

Es ist noch nicht abschliessend geklärt, ob der Anbau von Energiepflanzen nach ökologischen Kriterien erfolgen soll oder ob doch Pflanzenschutzmittel verwendet werden sollen, um einen möglichst hohen Ertrag zu erreichen. Und diejenigen, die in einer stetigen Förderung der ökologischen Landwirtschaft bessere Zukunftschancen für die Bauern sehen, sind beim Thema Biomasse-Anbau ebenfalls skeptisch. Sie befürchten, dass Energiepflanzen nur dann verstärkt angebaut werden, wenn die verbleibenden Flächen wie bisher oder stärker intensiv genutzt werden – also keine Hinwendung zu extensiver, ökologischer Bewirtschaftung stattfindet.

Diese Schwierigkeiten im Blick, werden derzeit Konzepte entwickelt, schnell wachsende Bäume wie Pappeln oder Weiden anzupflanzen, um damit den Bedarf an Biomasse wenigstens zu Teilen decken zu können.

Jedem seine Biogasanlage?

Das Thema Energieerzeugung durch Biogas stiess bei den Landwirten auf stärkere Zustimmung. Allerdings finden sich auch hier nicht genügend Reststoffe auf der Insel, deren Entsorgungsgebühren zur Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage beitragen könnten. Die unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen für die verschiedenen Fraktionen, die mit Gülle vergärt werden könnten, rufen eine Fülle von Schwierigkeiten hervor. Zudem sind die strengen hygienischen Vorschriften, beispielsweise bei der Reinigung der Tankfahrzeuge für Gülle, ein grosser Kostenfaktor.

Die geplanten alternativen Standorte Kläranlage oder Neubausiedlung sind zunächst verworfen worden. In der Entwicklung befinden sich Konzepte, die klären sollen, ob Biogasanlagen kleinerer Bauart nur noch für die lokale Versorgung weit entfernter Höfe in Betracht kommen könnten.

Kostenargument Solarkollektoren

Finanzielle Hemmnisse sind auch die Gründe dafür, dass mit dem erhöhten Einsatz von Solarkollektoren auf Privat- und Gemeindehäusern nicht so schnell zu rechnen sein wird, wie es eine zügige Umsetzung der geplanten Massnahmen erfordert. Die engen finanziellen Spielräume von Bürgern und Gemeinde lassen rein idealistische Projekte immer weniger zu. Es ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig, um das Thema Energieeffizienz bei allen Pellwormern allgegenwärtig und als sinnvoll erscheinend zu machen.

Thema Windkraftanlagen

Die bestehenden Windkraftanlagen sind bei der Mehrheit der Pellwormer mittlerweile akzeptiert. Bedenken, dass eine grosse Anzahl der Windräder die Naturschönheit Pellworms verschandeln würde, müssen sicherlich ernstgenommen werden. Es gilt, künftige Standorte sehr bewusst und mit allen Bürgern gemeinsam auszuwählen. Simulationsmodelle können helfen, sich das optische Erscheinungsbild der Insel vorzustellen. Das Argument der Lärmbelästigung ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen, auch wenn die bestehenden Windparks zeigen, dass dort nicht "Lärm wie auf einem Flugplatz" herrscht.

Zuschüsse notwendig

Ohne finanzielle Zuschüsse von Bund, Land oder der Europäischen Union ist das Energiekonzept einer CO2-neutralen Energieversorgung auf Pellworm kurzfristig nicht zu verwirklichen. Langfristige Wirtschaftlichkeitsberechnungen, z.B. bei der Erlösberechnung von Gütern aus der ökologischen Landwirtschaft, finanzielle Einsparmöglichkeiten durch sparsamen Strom- und Wärmeverbrauch oder durch sparsame Haushaltsgeräte, bieten aber Ansatzpunkte für jeden einzelnen.

Sicher ist: Nur wenn alle an einem Strang ziehen, wird aus dem Traum auch Wirklichkeit.

 
 
 

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