Um eine dauerhafte, gleichmässige und zuverlässige Stromversorgung auf Pellworm zu garantieren, bedarf es eines ausgefeilten Steuerungssystems. Zwei Ansätze sind denkbar, die auf unterschiedlichem Wege eine dauerhafte Stromversorgung der Insel garantieren könnten.




 

AUSGEFEILTES LASTMANAGEMENT NOTWENDIG

Wind, Sonne und Biomasse stehen in unterschiedlicher Menge zur Verfügung. Bei Sturm oder Windstille schalten sich die Windkraftlanlagen automatisch ab; bei bedecktem Himmel bringt die Photovoltaik wenig Leistung. Stromenergie aus dem Biomasse-Blockheizkraftwerk kann nur mit einer zeitlichen Verzögerung bereitgestellt werden. Und die geplanten Speichersysteme wie der Batterienspeicher haben ebenfalls nur eine begrenzte Speicherdauer.

Andererseits existieren Speichermöglichkeiten auf seiten der Stromverbraucher. Kühlschränke und Gefriertruhen, Warmwasserboiler, elektrische Speicherheizungen, Wärmepumpen und Batterien von Elektrofahrzeugen: Sie alle speichern Energie in Form von Strom.



 

Einer für alle ...

Der Stromverbrauch der Abnehmer könnte zum einen über ein zentrales Management kontrolliert und geregelt werden. Voraussetzung ist allerdings eine weitgehende Umrüstung im privaten Haushalt auf energiesparende Geräte. Moderne Tiefkühlschränke oder -truhen beispielsweise halten die Temperatur auch ohne Stromzufuhr über einen längeren Zeitraum. Diese Geräte könnten bei länger anhaltenden Flauten abgeschaltet werden, um den allgemeinen Stromverbrauch auf der Insel zu senken.

... und alle für alle

Die zweite Lösung "dezentrales Steuerungsmanagement" sieht vor, dass der Stromverbrauch in jedem Haushalt über einen Computer mit einem Managementprogramm und intelligenten Steuerungssystemen (BUS) geregelt werden kann. Je nach gemessener Windgeschwindigkeit und einer Kurzzeitprognose über die Stromleistung aus Windkraftanlagen kann also der Stromverbrauch individuell angepasst werden.

Keine Frage der Kosten

Gemessen an den Kosten, die Speichersysteme verursachen, um ständig ausreichend Strom vorzuhalten, lässt sich beim Lastmanagement trotz aller Kosten sogar noch Geld verdienen. Für einen Batterienspeicher müssen ungefähr 300 DM/kWh kalkuliert werden. Rüstet man die Hälfte aller auf Pellworm vorhandenen Tiefkühlgeräte mit einem Signalempfänger für Tonfrequenzgrundsteuerung aus (das Prinzip, nach dem die Nachtspeicherheizung gesteuert wird), können 300 kWh eingespart werden. Dies entspricht den rund 70 Stunden, in denen die Geräte die Temperatur halten, ohne am Stromnetz zu hängen.

Gesamtkosten

Rüstet man alle in Frage kommenden Geräte auf der Insel (2.000 Kühl- und Gefriergeräte, 340 Boiler, 1.600 Wasch-, Spülmaschinen und Trockner) mit Signalempfängern aus, ist mit Kosten in Höhe von 600.000 DM zu rechnen.

 
 
 

Konzept, Gestaltung und Programmierung: Medienbüro Barke & Partner, Köln. info@barke-und-partner.de