Biogas ist ein brennbares Gasgemisch, dass bei der Zersetzung von Biomasse unter Luftabschluss entsteht. Kleinere Biogasanlagen könnten auf Pellworm - trotz hoher Kosten - für Einzelhäuser die Strom- und Wärmeversorgung gewährleisten.




 

DIE KUH MACHT'S

Wie funktioniert eine Biogasanlage?

Organische Abfälle, wie feuchte pflanzliche und tierische Rückstände, lassen sich zur Erzeugung von Biogas nutzen. Das organische Abfallmaterial, zum Beispiel Gülle, wird in einem Lagerbehälter (1) gesammelt und gelangt über eine Pumpe (2) in einen Faulbehälter (3). Dieser "Fermenter" muss von der Luft abgeschlossen sein, da die biogaserzeugenden Mikroorganismen keinen Sauerstoff vertragen (anaerobe Vergärung). Ausserdem sollte kein Licht in den Faulraum dringen. Die Mikroorganismen zersetzen die Gülle in ein Gasgemisch, das im allgemeinen zwischen 50 und 65% Methan (CH4) enthält, und hochwertigen Dünger.

 

 
 

Das brennbare Gas wird über dem Faulraum entnommen (4), während die ausgefaulte Gülle aus dem Behälter geholt wird. Das dem Faulraum entnommene Biogas kann nun durch Verbrennung zur Raumerwärmung oder durch Verbrennung in einem Gasmotor (6), an den ein Generator (7) angeschlossen ist, zur Stromerzeugung genutzt werden. Der durch den Generator erzeugte Strom dient zum Eigenverbrauch, der Überschuss (8) wird an das öffentliche Netz abgegeben.

Möglichkeiten für Pellworm

Der grosse Gülleanfall auf Pellworm, 11.000 m3/a bei einer Beteiligung von 70% der in Frage kommenden Landwirte, kann zur Biogasproduktion und zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden. Aus der zur Verfügung stehenden Gülle könnten ca. 250.000 m3/a Biogas gewonnen werden.



Hohe Kosten bei zentraler Nutzung

Wegen der verstreut liegenden Bauernhöfe ist eine zentrale Nutzung der Gülle aber mit so hohen Kosten verbunden, dass eine wirtschaftliche Erschliessung zum jetzigen Zeitpunkt fraglich erscheint. Dennoch wurden im Rahmen des Energiekonzeptes Pellworm zwei Varianten (46 kWel und 200 kWel) eines Biogas-Blockheizkraftwerkes mit unterschiedlichen Gasspeicherkapazitäten untersucht. Die Variante kleinerer Leistung gestattet einen nahezu ganzjährigen Vollastbetrieb, während die grössere mit einem Gasspeicher für die Abpufferung von langen Windflauten konzipiert sein könnte.

Dezentrale Lösungen

Da die zentrale Lösung momentan nicht wirtschaftlich sein wird, soll nun in der weiteren Umsetzung des Energiekonzeptes versucht werden, kleinere dezentrale Biogasanlagen auf den in Frage kommenden Bauernhöfen zu installieren. Von diesen Anlagen aus könnten in der Nachbarschaft liegende Gebäude mit versorgt werden. Somit könnten auf der Insel verteilt kleine autarke Insellösungen geschaffen werden.

 
 
 

Konzept, Gestaltung und Programmierung: Medienbüro Barke & Partner, Köln. info@barke-und-partner.de